Wall Street im Höhenrausch – Kommt die Börse jetzt endlich zurück ins Hier und Jetzt?
Man stelle sich vor: Analysten tippen auf Rezession, Sorgen um Inflation und Coronavirus bremst die Wirtschaft. Und dann das! Die US-Börsen schießen plötzlich mit Volldampf in die Höhe – der größte Kurssprung seit fast einem Jahr. Ein undeutliches Aufatmen, ein Flackern von Hoffnung an der Wall Street, das auf den Moment folgt, in dem die Börsenampel wieder auf Grün springt.
Am Dienstag gelang den drei großen US-Indizes ein Sprung nach vorne, der sich gestern noch einmal fortsetzte. Der sogenannte „Hormuz Hope“-Effekt – ausgelöst durch eine leichte Entspannung rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus – schiebt die Kurse kräftig an. Und Deutschlands Börsianer? Die schauen gebannt nach Übersee, hoffen auf einen dauerhaften Push für ihre eigene Lage.
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Liegt hier der Anfang vom Ende der Krise?
Man mag sich fragen: Ist das der lange erhoffte Befreiungsschlag? Oder nur ein Strohfeuer inmitten politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit? Die Wahrheit liegt vermutlich dazwischen. Denn die Börse reagiert stets emotional, sehr kurzfristig – und oft viel zu voreilig.
„Wer jetzt aus Angst verkauft, verpasst die Chance auf eine nachhaltige Erholung“, warnte kürzlich ein Börsenexperte. Die konservative Lesart des Ganzen: Endlich wieder klare Signale, weg vom Panikmodus. Weg von ideologisch aufgepumptem Pessimismus, der die Märkte lähmt und nur das eigene Wunschdenken bedient. Wirtschaft muss funktionieren, nicht ideologisch verbrämt werden.
„Hormuz Hope“ – mehr als nur ein Trumpf im Ärmel?
Die Region um die Straße von Hormus, durch die rund 20 % des weltweiten Öltransportvolumens laufen, hat sich als geopolitischer Brennpunkt bereits etliche Male als Kursgeber für den Aktienmarkt gezeigt. Ein bisschen Entspannung hier, eine diplomatische Geste da – und schon tanzen die Kurse.
Aber wie lange hält die Hoffnung auf Ruhe wirklich an? Mit nervösen Investoren und linkspolitischen Weltverbesserern, die Märkte mit jedem Morgenmuffel-Tweet in den Abgrund reißen, bleibt der deutsche Anleger skeptisch. Wann merken unsere Goldwächter, dass solide Wirtschaftspolitik mit klaren Zielen und Mut zur Tat mehr bringt als emotionales Gequake?
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Und während in deutschen Wohnzimmern noch immer über Verbote, Verbote und Verbote diskutiert wird, fließt das Kapital unaufhaltsam dahin, wo entschieden wird: Auf die größte Bühne der Weltfinanzen, rüber zu den American Titans. Ein Lehrstück in Sachen Durchsetzungskraft oder nur der lange Atem des amerikanischen Bullenmarkts?
Wird Deutschland folgen – oder weiter auf die Bremse treten, während die Welt an uns vorbeizieht? Eine Frage, die bald mehr Gewicht bekommt als jede noch so laute Demo.