Es wird später Nachmittag, als der erste Sonnenstrahl über die weitläufigen Felder an der Grenze zwischen Oberbayern und Franken blitzt. Die Luft ist frisch, der Himmel klar, und das Summen der Landwirbel überlagert das leise Geräusch der Windkrafträder, die eine kleine Anhöhe überblicken. Hier, zwischen Ackerland und sanften Hügeln, hat BayWa, das traditionsreiche Agrarunternehmen, einen neuen Horizont eröffnet – die Welt der erneuerbaren Energien.
Die Entscheidung, neben der traditionellen Landwirtschaft auch in die Energiegewinnung einzusteigen, war alles andere als trivial. „Es ist ein Sprung ins Ungewisse“, sagt der CEO von BayWa r.e., der Tochtergesellschaft, die sich ganz dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben hat. Er blickt aus seinem Büro im obersten Stockwerk eines modernen Bürogebäudes, umgeben von einer Vielzahl von Pflanzen, auf das sich hinter ihm erstreckende Land. „Als Unternehmen haben wir uns vor ein paar Jahren entschieden, diese Pionierarbeit zu leisten. Die Zeit ist reif, das wissen wir.“
In den letzten zwei Jahren hat sich die Tochtergesellschaft eine beachtliche Anzahl von Aufträgen gesichert. Solarparks und Windkraftanlagen sprießen wie Pilze aus dem Boden, unterstützt von einer Finanzierung, die bis 2029 gesichert ist. Mit einem Umstieg auf erneuerbare Energien wird trotz der Unsicherheiten durch geopolitische Krisen und Marktvolatilitäten ein stabiler und langfristiger Weg beschritten.
„Es braucht Mut und Vision“, fährt der CEO fort, während er mit gestikulierenden Händen die Zukunft der Energie beschreibt. Die Worte „Nachhaltigkeit“ und „Innovation“ scheinen in seinem Büro wie Goldstaub zu schweben. Er ist sich dessen bewusst, dass die Energiewende kein Selbstläufer ist, sondern ein Gemeinschaftsprojekt, das über Unternehmensgrenzen hinweg ausgeführt werden muss.
Auf einer Wanderung durch eines der Solarfelder, in dem mehr als 20.000 Module aus silbrig glänzendem Silizium auf den gleißenden Untergrund ausgerichtet sind, spürt man derweil die Entschlossenheit derjenigen, die hier arbeiten. „Wir befreien uns von alten Denkmustern“, erklärt eine junge Technikerin mit pechschwarzen Haaren und einem leuchtend gelben Helm. „Wir berücksichtigen nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesellschaft. Unsere Projekte bieten nicht nur saubere Energie, sondern auch neue Arbeitsplätze und lokale Wertschöpfung.“
Ihr Kollege, ein leidenschaftlicher Ingenieur, nickt zustimmend. „Wir haben hier eine Verantwortung. Und es ist faszinierend zu sehen, wie technische Lösungen mit sozialen Aspekten verknüpft werden können. Das macht unsere Arbeit im wahrsten Sinne des Wortes bedeutend.“
In den letzten Monaten gab es einige Schlagzeilen über die Erneuerbare-Energien-Tochter. Die gesicherte Finanzierung von 500 Millionen Euro wird von Investoren nicht nur als Zeichen des Vertrauens, sondern auch als notwendige Basis für die weitere Entwicklung betrachtet. Doch was bewegt sie zur Investition in diesen Sektor? „Die Erneuerbaren sind nicht mehr nur ein Nischenthema“, erklärt ein Senior Analyst, der sich auf die Bewertung neuer Geschäftsmodelle spezialisiert hat. „Es geht um die Zukunft. Es geht darum, wie wir leben und wirtschaften wollen.“
Einer dieser Investoren, ein beruftätiger Umweltaktivist, gibt bei einer Konferenz zu Protokoll: „Ich bin überzeugt, dass BayWa mit seinen Projekten einen entscheidenden Beitrag zur redensartlichen Mondreinigung leisten kann. Für jede Kilowattstunde, die wir produzieren, ist der Mehrwert nicht nur monetär, sondern auch für kommende Generationen wichtig.“ Es ist klar, dass die gesellschaftliche Dimension der erneuerbaren Energien immer mehr in den Fokus rückt.
Wir stehen vor einer großen Herausforderung – dem Widerspruch zwischen wirtschaftlichem Wachstum und ökologischer Verantwortung. Während sich in anderen Teilen der Welt die politischen Rahmenbedingungen zusehends zuspitzen, etwa durch geringere Subventionen für fossile Brennstoffe oder geringere Investitionen in nachhaltige Projekte, sind es in Deutschland Unternehmen wie BayWa r.e., die den Weg näher an das Ideal bringen.
„Wir glauben an eine positive Rückkopplungsschleife“, sagt der CEO. „Wenn mehr Menschen in erneuerbare Energien investieren, werden wir innovationsfreudiger, und wenn wir innovationsfreudiger werden, setzen wir neue Standards, die auch die Wirtschaft anziehen können.“ Seine Stimme trägt den Stolz eines Mannes, der weiß, dass dieser Pfad sowohl steinig als auch eine Chance ist.
Zukunftsforscher und Nachhaltigkeitsexperten warnten häufig davor, dass der Übergang zur grünen Energie nicht nur technisches Wissen, sondern auch kulturelle Veränderungen erfordert. „Es ist keine Frage des Ob, sondern des Wie“, betont der Geschäftsführer der BayWa-Tochter. Sein Blick streift über die Felder, wo bereits Teile der Infrastruktur für ein neues Projekt am Horizont zu erkennen sind. Der Wind weht über die Landschaft, und für einen Moment hat man das Gefühl, das Geschichtsbuch umblättern zu können.
Es sind die kleinen, alltäglichen Entscheidungen der Menschen, die letztendlich dazu führen werden, dass der Wandel umso schneller eintritt. So wird auch weiterhin diskutiert, wie sich Unternehmen wie BayWa in einer sich schnell wandelnden Welt verorten. Wo wird das Unternehmen stehen, wenn die Sonne untergeht und die neuen, glühenden Lichter der grünere Wirtschaftzum strahlenden, schimmernden Stern aufsteigen? Die Frage bleibt unbeantwortet, während die Windkraftanlagen aus der Ferne in den Himmel ragen und den sanften, schützenden Wind der Veränderung verteilen.