Benson Boone: Der Junge, der sich gegen seine Hater stemmt
Ein Sommertag, die Sonne brennt gnadenlos auf die asphaltierte Straße. In einem kleinen, verträumten Studio in Los Angeles hat Benson Boone eine neue musikalische Idee zum Leben erweckt. Er ist singend und tanzend in einen schlichten Raum geflitzt, wo die Wände voller Erinnerungen an große Hits und grandiose Künstler prangen. Boone, mit seinen 22 Jahren noch immer ein „junger Wilder“, meldet sich mit einem neuen Werk zurück: seinem zweiten Album American Heart, das nicht nur für viel Aufsehen sorgt, sondern auch seine innere Rebellion zeigt.
Am Freitag, dem 20. Juni, veröffentlichte der Grammy-nominierte Künstler das Musikvideo zu seinem jüngsten Singlehit „Mr. Electric Blue“. Der Clip ist eine Mischung aus farbenfrohen Bildern, ironischen Anspielungen und einer Prise Selbstironie. Mit einem breiten Grinsen und einem T-Shirt, auf dem „One Hit Wonder“ prangt, tritt er vor seine Zuschauer und direkt gegen die „Keyboardkrieger“ an, die ihn mit Häme und ständigen Troll-Attacken überziehen. Boone muss bekennen, dass Kritik im Internet wie ein schattiger Begleiter ist, lauernd in den dunklen Ecken der sozialen Medien, stets bereit, den nächsten Angriff zu starten.
Das Video beginnt mit einem fiktiven Meeting in seinem Plattenlabel, Industry Plant Records. Sein Agent, brillant gespielt von seinem Songwriting-Partner Jack LaFrantz, bringt die ernüchternde Nachricht: „Wir brauchen einen neuen Gimmick!“ Er verlangt von Boone, binnen sieben Tagen die stolze Summe von 10 Millionen Dollar einzuspielen, um die Verluste des Labels zu decken. Boone, der in der Musikwelt bereits einige Rückschläge erlebt hat, nimmt die Herausforderung an, wenn auch auf seine ganz eigene, amüsante Art.
In einem chaotischen Wettlauf gegen die Zeit macht er sich daran, die absurdesten Jobs anzunehmen – vom Hundespaziergang über Landschaftsgestaltung bis hin zum Verkauf von bunten Jumpsuits. Um die Kasse aufzubessern, serviert er mit viel Enthusiasmus gefrorene Leckereien aus einem „Moonbeam Ice Cream“ Truck. Hierbei winkt er den Passanten aus dem Fenster zu, nur um von einem unbeeindruckten Mädchen mit der scharfen Botschaft konfrontiert zu werden, dass seine Musik „schrecklich“ sei. Doch Boone lässt sich nicht entmutigen, sein Lächeln vergeht nicht.
Er setzt das Abenteuer fort, wird Poolboy seiner nächsten Mission und genießt einen kurzen Moment der Abkühlung. Ein Sprung vom Sprungbrett, ein Blick zur „Kein Rückwärtssalto“-Schilder und die Komik ist perfekt eingefangen. Das Pikante daran: Boone nimmt die Absurdität seiner Situation gekonnt aufs Korn. „Das ist alles, was ich je gewollt habe“, sagt er am Ende des Videos fast mit einem melancholischen Unterton, als er in sein Label zur Rücksprache zurückkehrt, jetzt in einem T-Shirt mit der Aufschrift „I Hate Benson Boone“. Diese ironische Wendung steht für den ständigen Kampf zwischen Selbstzweifel und dem unaufhörlichen Drang, es allen Hatern zu zeigen.
Doch die Situation wendet sich, als sich herausstellt, dass sein Agent gut beraten war. „Ich habe deinen ganzen Katalog verkauft“, teilt dieser ihm mit, „Einige Fast-Food-Ketten und Kinos werden deine Songs nonstop spielen.“ Ein Gedanke, der den jungen Künstler erheitert und gleichzeitig mit der beunruhigenden Realität der Musikindustrie verbindet – Ruhm für den Preis der eigenen Identität.
Im Zentrum von Boones Schaffenskraft stehen die tiefen Emotionen, die er in jedem seiner Songs kanalisiert. American Heart ist nicht nur eine Sammlung neuer Melodien, sondern ein persönlicher Ausdruck seiner Reise und seiner inneren Kämpfe. Inmitten des zarten Balanciers zwischen Erfolg und Misserfolg spürt man die Unsicherheit eines jungen Künstlers, der nicht nur von Musik träumt, sondern sie auch lebt. Boone selbst beschreibt, wie sehr er und LaFrantz beim Schreiben ihrer Songs unverfroren und oft humorvoll an die Dinge herangehen. Ein Blick hinter die Kulissen zeigt die Hingabe, die in jedem Ton und jeder Zeile steckt.
Mit weiteren Singles wie „Sorry I’m Here for Someone Else“ und „Momma Song“ zeigt Boone eine Vielfalt an Themen, die vom Gefühl des Verlorenseins bis hin zur Sehnsucht nach Anerkennung reichen. Sein musikalischer Werdegang, der mit einem furiosen Auftritt bei American Idol begann, führt jetzt auf die große Bühne, die im August mit der American Heart World Tour eingeweiht werden soll.
Alles in allem ist Benson Boone ein Beispiel für einen Künstler, der die Herausforderungen des Ruhms nicht nur annimmt, sondern auch auf humorvolle Weise transformiert. Seine Botschaft ist klar: Lassen Sie sich von den Nörglern nicht unterkriegen, begegnen Sie der Kritik mit einem Lächeln und einem Augenzwinkern – und zeigen Sie der Welt, wer Sie wirklich sind. Wenn das kein Grund zum Feiern ist, was dann?