Mit einem lauten Knall schloss Donald Trump den Raum hinter sich, der Geruch nach frischem Kaffee und alten Akten lag noch in der Luft der Ovalen Amtsstube. War das ein Aufschrei oder das Echo längst vergangener Zeiten? Die Schlagzeilen über seine neuesten Entscheidungen hallten durch die Flure Washingtons: 50 Prozent Einfuhrzölle auf brasilianische Waren. Ein Schachzug, der nicht nur auf Papier, sondern auch im Herzen der Tropen weitreichende Konsequenzen nach sich ziehen würde.
Die USA und Brasilien – zwei Länder, die lange Zeit die Vorzüge einer eher pragmatischen Beziehung genossen hatten, stehen am Scheideweg. Auf der einen Seite der Ex-Präsident Jair Bolsonaro, der sich, während er geschmackvoll in seiner Heimat residiert, hinter den Shorts seines Landsmanns wähnt und von einem gemeinsamen Feind spricht: der Umweltschutz. Auf der anderen Seite Brasilien unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva, der sich mit einem neuen Kurs dem internationalen Dialog öffnet, während er gleichzeitig mit schlechten Nachrichten aus der Heimat kämpft.
Der Kontrast könnte nicht größer sein; während Bolsonaro nach wie vor in den USA bewundert wird, holt Lula, der von den Massen gefeiert wird, bescheidene 45 Prozent seiner Urheberrechte zurück. So wie die Karnevalsmusik, die im Hintergrund der Monate der politischen Unsicherheit weiterblühte. Ein magerer Trost, aber einer, der ihm gnädig bleibt. “Es ist ganz offensichtlich, dass Trump einen Krieg der Worte und Zölle führt, der nichts mit Wohlstand, sondern mit Macht zu tun hat”, sagt ein wirtschaftlicher Berater aus São Paulo, während er in einem Café am Ufer des Tietê sitzt. “Die Frage ist nicht nur, warum, sondern auch, wer am Ende tatsächlich profitieren wird.”
Die Straßen von Brasília sind überflutet von kleinen Geschäftsmännern und Händlern, deren Mangel an neuen Bepflanzungen sich in den leeren Regalen der Supermärkte widerspiegelt. Der tägliche Fluss des Lebens, bei günstelicheren Preisen und einer immer drängenderen Vergrößerung der Kluft zwischen Arm und Reich, wird nun durch die neuen Zölle verstärkt. “Wenn die Zölle steigen, dann müssen wir das Essen noch teurer verkaufen”, sagt João, ein Restaurantbesitzer, dessen kleine Bar zu einem Knotenpunkt der politischen Diskussion geworden ist. “Die Pizza war immer unser Erfolg, aber die Leute können sich das nicht mehr leisten”, murmelte er, während er seine Hände in den Teig eintauchte, als könnte er die Probleme mit einer kleinen Portion von Olivenöl und Mehl beseitigen.
“Wir sind jetzt am Punkt, an dem wir zeigen müssen, dass wir nicht unbeeindruckt bleiben,” erklärte Lula in einer Pressekonferenz, bevor er wieder mit einem gewissen Charisma ins Büro zurückkehrte. Seine Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen ließ den Raum aufmerken, als die Wolken über Collegia B vor der Präsidentschaft langsam am Himmel zogen. Lula, der aus der Gefangenschaft kam, war nun ein Mann, der seine politischen und persönlichen Scharmützel längst überwunden hatte. Ein Hoffnungsträger für viele, die auf eine Rückkehr zu einer Zeit der Zusammenarbeit mit großen internationalen Partnern hofften.
Aber während die Politik in den oberen Echelons der Macht voranschreitet, bleibt der Alltag der Brasilianer betroffen. Ein Mann verkauft Ananas auf dem Markt, während er gleichzeitig die neuesten Informationen über die Kollision von Politik und Wirtschaft mit einem Nachbarn austauscht. “Wir müssen im Grunde unser eigenes etwas Größeres schaffen, etwas, worauf wir stolz sein können”, sagt er, während er die gelben Früchte in einem Korb mit der Hand belegte. “Bald werde ich das einfach auf die Straße werfen müssen, wenn die Preise so steigen.”
Die Unsicherheiten über die wirtschaftliche Zukunft verbinden sich mit einem tief sitzenden Bedürfnis nach Identität und Zugehörigkeit – etwa im sozialen Gefüge der Gemeinden, wo jeder jedem kennt. Trump, Bolsonaros Schatten, hat auf die Polarisierung der politisch Engagierten in Brasilien nur noch Schattierungen hinzugefügt, als wäre das ein kluger Schachzug auf dem globalen Schachbrett. Wie sehr die Gesellschaft reißt und sich wieder zusammenfügt – das ist, was die Erzählung Brasiliens mit immer neuen Strängen, die Hoffnung und Verzweiflung miteinander verweben, so faszinierend macht.
Wie ein Windstoß, der die Blätter umwirbelt, der Job eines Reporters scheint manchmal eher über das Einfädeln der Geschichten in ein größeres Netz zu gehen, als sie auf Tatsachen zu reduzieren, während das Echo der Zölle über den Kontinent hallt. So fügen sich die künstlerischen Berichte des Lebens zusammen in ein Mosaik, das sich von den Herausforderungen einer Nation umrahmt sieht, in der jeder Spatenstich und jeder Kämpfer auf den Straßen im Angesicht der gesamten Welt der Gefühle und der Unsicherheit steht.