Superman kehrt zurück: Ein neuer Blick auf den Helden
Hollywood erlebte in den letzten Jahren so manchen Aufstieg und Fall, doch die Rückkehr eines der ikonischsten Helden der Popkultur hat die Massen in die Kinos gelockt: James Gunns Superman, nun endlich in den Kinos zu sehen, erweckt alte Erinnerungen und neue Hoffnungen. Während die Welt auf diesen Film wartete, wurde über die Neubesetzung des berühmten Charakters David Corenswet geredet, und die Frage brannte: Schafft er es, in die Fußstapfen der Legenden zu treten?
Am Premierenabend, in der festlichen Fülle des TCL Chinese Theatre in Hollywood, wird deutlich, dass Corenswet mehr als nur ein Schauspieler ist. Er ist ein Mann, der die Last der Erwartungen auf seinen Schultern trägt. Neben seiner Frau Julia Best Warner, strahlt er, zieht Fotografen magisch an, die jeden Moment dieser Zeitenwende festhalten. Ob es wohl schwerer ist, die Rolle eines Superhelden zu übernehmen oder sich den Medieninterviews und dem ständigen Rummel zu stellen? Corenswet scheint mit allem cool umzugehen, die Anspannung verschwindet in seinem Lächeln.
James Gunn, ein Meister des Geschichtenerzählens, hat versichert, dass er den perfekten Superman gefunden hat. In einem Interview betont er, dass Corenswets Kombination aus athletischer Leistung und schauspielerischem Talent ihn zu einer idealen Wahl macht. Es ist die Hommage an die Kinogeschichte, die hier erzählt wird – und es ist klar: Unter Gunns Regie wird die müde Formel der Superheldenfilme neu belebt.
Der Plot des Films verfolgt die Herkulesreise des Superman, der anfangs bei der Abwehr einer Bedrohung aus dem Ausland heroisch eingreift, jedoch unerwartet die Skepsis und den Zorn der Metropolis-Bewohner auf sich zieht. In dieser düsteren Erzählung wird die Frage aufgeworfen, was es bedeutet, ein Held zu sein, und welche Verantwortung auf den Schultern des Starken lastet. Lex Luthor, brillant und bösartig, hat seine eigenen Pläne geschmiedet und nutzt die Schwächen des Helden, um einen ja die Gefahren eines geduldigen, gemeinen Feindes zu illustrieren.
Die Darstellung von Edmund Gathegi als Mister Terrific und besonders die Züge von Krypto, dem Hund des Superhelden, bieten dem Zuschauer eine frische Perspektive und eine humorvolle Auflockerung des Themas. Krypto, dieser charmante vierbeinige Begleiter, wird in einem der beiden Nach-Credits-Szenen zum heimlichen Star, als er und Superman auf dem Mond sitzen und die Erde bewundern. Diese Interaktion bietet einen aufregenden Kontrast zu den sonst so tragischen Momenten des Films, und ebnet den Weg für einen emotionalen Ausklang.
Als sich die Credits zu Ende neigen, bleibt der Zuschauer voller Fragen und eines leicht melancholischen Gefühls zurück: Wo steht Superman, und wo steht die Menschheit in einer Welt voller Widersprüche? Corenswet als Clark Kent, der sich zwischen seinem eigenen Erbe und der Erwartung anderer verhandlungsgeschickt bewegt, spiegelt die innere Zerrissenheit des Helden wider.
Und wie es der Zufall will, blüht hinter den Katastrophen Lex Luthors ein Funke von Hoffnung auf. Superman, der von seinen biologischen Eltern mit den schwerwiegenden Anweisungen konfrontiert wird, die Welt zu übernehmen, steht an einem emotionalen Scheideweg. Die Kritik an den Konsequenzen seiner Taten ist spürbar, und im Kontrast dazu steht die Entscheidung von Lois Lane, die öffentliche Meinung zu beeinflussen, und damit auch die Lebensretterrolle, die Superman inne hat.
Doch wie wird dieser Film, der auf viele Arten so neu und so griffbereit erscheint, in der heutigen Welt wahrgenommen? Während die Schlagen vor den Kinos weiter ziehen, wird in den sozialen Netzwerken über das vermutete "Schicksal" des Superhelden diskutiert; die Meinungen sind gespalten. Dean Cain, der einst selbst in der Rolle des Superman brillierte, hat Bedenken geäußert. Eine klare Mahnung an die Macher, die Integrität des Charakters nicht zu verlieren. „Der Superman, den ich kenne, kämpfte für Wahrheit, Gerechtigkeit und die amerikanische Art“, sagt Cain. Ein gewichtiger Punkt in Zeiten der Unsicherheit.
Doch während die Debatte über die Botschaft des Films tobt, gibt es einen Aspekt, der die Zuschauer einbindet: Der Humor. Während des Nach-Credits-Mid-Scenes erzählen Superman und Mister Terrific von den Nachwirkungen der Auseinandersetzungen. In einer Zwiegesprächs-Szene bemerkt Superman, dass eine wiederhergestellte, aber schiefe Gebäudefront ihm nicht gefällt, worauf Mister Terrific ironisch antwortet, er solle das Gebäude doch auseinandernehmen und richtig aufbauen. Es sind diese leichten, ja fast menschlichen Momente, die dem Film die nötige Atmungsfähigkeit verleihen.
In dieser neuen Interpretation des Superhelden wird klar, dass sowohl die Menschlichkeit als auch das Heroische ihre Plätze im Rampenlicht finden. James Gunn hat mit Superman einen Film geschaffen, der die Heldenreise nicht nur von außen betrachtet, sondern auch die inneren Konflikte ins Licht rückt. Das Ende, in dem Superman sich fragt, ob er nicht manchmal ein kleiner Zyniker sein kann, macht es einfach nachvollziehbar. Vielleicht sind es diese Fragen, die uns lehren, dass auch Helden wendig und menschlich sind; dass selbst sie in einem Scherbenhaufen von Entscheidungen leben müssen.
Ein Blockbuster voller Herz und Humor, ja, aber auch Fragen für die Zeit, in der wir leben. Superman lädt dazu ein, nicht nur ins Kino zu gehen, sondern auch ein Stück weit über uns selbst nachzudenken. Und in dieser Überlegung liegt vielleicht gerade die Magie, die das Universum von Superman so besonders macht.