Die Wolken reiben sich an den nach Westen weisenden Windrädern in Oklahoma, während die letzten Strahlen der Sonne den Horizont küssten. Ein sanftes Rauschen zieht durch die Gräser, als die Rotorblätter sich im Abendlicht bewegen. Hier, wo der Sturzbach des traditionellen Lebens mit dem Kurs der Zukunft geflutscht ist und wo es an jeder Straßenecke „Make America Great Again“-Hüte zu kaufen gibt, entsteht ein unerwartetes Phänomen – die grüne Energiebewegung blüht auf. Ein Phänomen, das selbst die Schattenspiele von Donald Trump mit all ihrem Nefarious-Humor nicht aufhalten können.
Im beschaulichen Städtchen Woodward, einst eng verbunden mit der Ölindustrie, hat die Umstellung auf Erneuerbare Energien nicht nur die Landschaft verändert. Hier sprechen nicht mehr nur Landwirte mit einer tiefen Vertrautheit für ihre Felder, sondern auch Ingenieure, die in der Sonne mit Strom experimentieren. Der Wind der Veränderung weht durch die Hallen der staatlichen Universitäten und zieht auch durch die Straßen der kleinen Stadt. „Wir waren stets Erdöl und Gas“, erzählt John, ein 55-jähriger Farmer mit wettergegerbtem Gesicht und schütterem Haar. „Doch jetzt fangen wir an, den Wind als Freund zu sehen.“
Statt mit Skepsis reagieren die Menschen auf die neue Energiequellen mit einem Mangel an Resignation. Die Welle der Erneuerbaren wird von der Frustration über die traditionellen Industrien genährt – die nicht mehr Versprechen halten können, die in der heutigen Welt unerlässlich scheinen. „Die Arbeit in der alten Bohrstelle wird immer weniger. Es gibt nicht einmal mehr die überdimensionalen Maschinen, die wir gewohnt waren,“ erzählt John, während er mit einer Hand einen frisch gepflückten Apfel abbeißt und mit der anderen auf den Horizont zeigt. „Da haben wir angefangen, ein Windrad zu akzeptieren, das von Gott gesandte Geschenk.“
Ganz im Gegensatz zu den Anweisungen von Washington, wo Trump alles versucht, um Kohle und Öl zu stärken, hat der Umstieg auf Erneuerbare Energien hier längst seinen eigenen Lauf genommen. Die Dynamik des Marktes folgt nicht den Regeln eines politischen Manual, sondern einer Erzählung, die mehr von dem ungestümen Drang nach Unabhängigkeit und Eigenverantwortung geprägt ist.
In Kansas, genau wie in den Nachbarstaaten, ist plötzlich der Wind nicht mehr der unerbittliche Feind, gegen den man sich zu wehren hat. Bäuerliche Familiengehen an ihren Gärten vorbei und bemerken die massive Zahl der Windturbinen, die in einer Art patriotischem Nebel sprießen. „Ein Windrad gibt uns etwas zurück“, erklärt Jennifer, die beim örtlichen Energieversorger tätig ist. „Es verwandelt Winde in Jobs. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für unsere Wirtschaft – und wer kann sich schon gegen Arbeitsplätze wehren?“
In Wyoming, einem weiteren Bundesstaat, der wie ein riesiges Freiluftmuseum für alles ist, was man mit den Händen erschaffen kann, erwächst die Hoffnung mit jedem gehofften Windstoß. Aber das Abenteuer Erneuerbare hat auch seine Konflikte. Für die alteingesessenen Rancher gibt es eine tief verwurzelte Angst, dass das Versprechen von Windparks in Wahrheit der Vorbote einer kulturellen Invasion ist, in der ihre Traditionen durch pragmatischeres Denken ersetzt werden. „Wir sind immer die Cowboys gewesen, die Bullen auf den Hufen, die mit dem Staub der Straße ins Bett gehen“, erklärt Tom, während er seine Stiefel abklopft. „Wind ist für uns kein echter Lebensstil.“ Und doch, trotz dieser Skepsis stehen seine Ranch-Nachbarn bereits vor dem nächsten Windpark, deren Belastung ihm ein paar Dollar mehr in die Tasche steckt.
Aber so widersprüchlich das Bild auch ist, die Realität zeigt Körper und Geister, die sich in die Zukunft auf eine Art bewegen, die von der Trump-Administration nie vorgesehen war. Die Herausforderung für die Menschen hier ist nicht mehr, sich gegen die übergeordnete Politik zu wehren, sondern sie mit ihrer Muttersprache des Fortschritts in Einklang zu bringen. „Könnte man den Wind nicht als einen Freund betrachten?“ denkt John laut nach und schaut zum Himmel. „Ich meine, er kann uns helfen, was wir nicht mehr haben.“
Tatsächlich ist es die unternehmerische Kreativität, die sich in den Gesichtern der Menschen widerspiegelt, die fast keine Verbindung mehr zu den alten Formen des Lebens hat. Von den Windmühlen bis hin zu den Solarparks stehen innovative Technologien nicht nur für den Umbruch, sondern auch für eine Sichtweise hinter dem Neuland, das das Aufblühen dieser Energieform begleitet. „Lasst sie reden, die Politik. Wir wissen, was uns in die Zukunft bringt“, sagt Jennifer und schüttelt den Kopf, als sie zum nächsten Windpark eilen muss.
So wird in den Republikaner-Hochburgen der Wind immer stärker zum Symbol einer neuen Identität. Das elektromagnetische Rauschen lässt die Stimmen der Vergangenheit hinter sich und eröffnet ein Kapitel, das direkt in den Krater der nationalen Debatte führt. Während die letzten Sonnenstrahlen in den Horizont verschwinden und das Licht der Turbinen langsam die Dunkelheit vertreiben, merkt man schließlich: Hier, an diesem Ort, ist etwas in Bewegung geraten, das weit über Parteizugehörigkeiten hinausgeht – es ist der eigene Lebensmut, der sich wie der Wind den Weg sucht.