Die Präsidentin des Verbandes „Die Familienunternehmer“, Marie-Christine Ostermann, hat auf dem Weltmarktführer-Gipfel einen eindringlichen Appell an die Politik gerichtet, der die Herausforderungen und Nöte der mittelständischen Unternehmen in Deutschland in den Fokus rückt. In ihrer Keynote, die von der WirtschaftsWoche dokumentiert wurde, thematisierte sie die drängenden Probleme, mit denen Familienunternehmen konfrontiert sind, und forderte ein Moratorium für die Bürokratie.
Ostermann begann ihre Rede mit einer eindringlichen Schilderung der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Sie betonte, dass die Familienunternehmen, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden, unter dem Druck von übermäßiger Bürokratie und regulatorischen Hürden leiden. Diese Unternehmen sind nicht nur für die Schaffung von Arbeitsplätzen verantwortlich, sondern auch für Innovationen und die Stabilität der Wirtschaft. Dennoch sehen sie sich zunehmend mit einer Flut von Vorschriften konfrontiert, die ihre Handlungsfähigkeit einschränken.
Ein zentrales Anliegen von Ostermann war die Notwendigkeit, Bürokratie abzubauen. Sie argumentierte, dass die Komplexität der Vorschriften nicht nur die Effizienz der Unternehmen beeinträchtigt, sondern auch die Motivation der Unternehmer, in ihre Geschäfte zu investieren und zu expandieren. „Wir brauchen ein Moratorium für die Bürokratie“, rief sie aus. „Es ist an der Zeit, dass die Politik erkennt, dass wir nicht nur Regelungen brauchen, sondern auch Freiräume, um unternehmerisch tätig zu sein.“
Ostermann wies darauf hin, dass viele Familienunternehmen in der Vergangenheit erfolgreich waren, weil sie flexibel und anpassungsfähig sind. Diese Eigenschaften werden jedoch durch die ständige Veränderung und Zunahme von Vorschriften gefährdet. Sie forderte die Politik auf, die Stimme der Unternehmer ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, die sowohl den Bedürfnissen der Unternehmen als auch den Anforderungen der Gesellschaft gerecht werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt in ihrer Rede war die Bedeutung von Innovation und Digitalisierung. Ostermann betonte, dass die Familienunternehmen in Deutschland über das Potenzial verfügen, Vorreiter in der digitalen Transformation zu sein. Allerdings sei dies nur möglich, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Sie forderte eine gezielte Unterstützung für Unternehmen, die in neue Technologien investieren und ihre Geschäftsmodelle anpassen möchten. „Wir müssen die Digitalisierung als Chance begreifen und nicht als zusätzliche Belastung“, sagte sie.
Die Präsidentin des Verbandes „Die Familienunternehmer“ machte auch deutlich, dass die Herausforderungen, vor denen die Unternehmen stehen, nicht nur nationaler Natur sind. Der internationale Wettbewerb wird immer intensiver, und deutsche Familienunternehmen müssen sich auf globalen Märkten behaupten. Ostermann appellierte an die Politik, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass die Unternehmen international wettbewerbsfähig bleiben. Dazu gehört auch eine angemessene steuerliche Behandlung und der Abbau von Handelshemmnissen.
In ihrer Keynote sprach Ostermann auch die soziale Verantwortung der Unternehmen an. Sie betonte, dass Familienunternehmen nicht nur wirtschaftliche Akteure sind, sondern auch eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen. Sie engagieren sich in ihren Gemeinden, schaffen Arbeitsplätze und tragen zur sozialen Stabilität bei. „Wir müssen die Bedeutung der Familienunternehmen für die Gesellschaft stärker in den Fokus rücken“, forderte sie.
Abschließend rief Ostermann die Politik dazu auf, den Dialog mit den Unternehmern zu suchen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die den Herausforderungen der Zeit gerecht werden. „Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und unseren Beitrag zu leisten. Aber wir brauchen die Unterstützung der Politik, um die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen“, schloss sie ihre leidenschaftliche Rede.
Die Worte von Marie-Christine Ostermann sind ein eindringlicher Appell an die Politik, die Belange der Familienunternehmen ernst zu nehmen und die notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft dieser wichtigen Wirtschaftsakteure zu sichern. In einer Zeit, in der die Herausforderungen für Unternehmen vielfältig und komplex sind, ist es entscheidend, dass die Politik die richtigen Weichen stellt, um eine prosperierende und zukunftsfähige Wirtschaft zu gewährleisten.